Hallo Holm, freut mich, dass du gut angekommen bist, und auch positiv überrascht bist über Jerewan. Das war ich nämlich auch. Genieße die Stadt. Es ist eine ruhige Stadt mit viel Grün und besuche die interessanten Plätze. Tja, so ein Sammeltaxi ist auch etwas besonderes, ich kenne das von den Kapverdischen Inseln, 25 Leute in einen Toyota Hiace mit drei Sitzreihen und Fahrerreihe. Es war genial.
Ich versuche mich ja so nah wie möglich am lokalen Leben zu beteiligen, aber in so kurzer Zeit ist das nur sehr bedingt möglich. Am WE schau ich mir das Land an. Mal sehen, wie das wird. Aber Jerewan ist schon einmal erstaunlich schön.
Prima, mache das. Du wolltest dir ein Auto mieten, so kommt man viel besser rum und lernt viel kennen. Möchtest du noch paar Tipps, lasse es mich wissen …
Passende Wortspiele, die im „Ernstfall“ todernst sind.
Daher, wenn man als Mann noch in D lebt, KdV Antrag stellen, sich mit dem Bürokratensystem über drei Monate und mit 4 Ämtern auseinandersetzen; dann ist es durch. Habe ich gerade hinter mir, auch mit 54 J. Ist genehmigt. Für solch eine „Clique“ werde ich nicht „dienen“ und es sollte jeder bei klarem Verstand darüber nachdenken.
Hallo Holm, wenn wir einmal dabei sind; ich habe noch mal genau nachgelesen; die Formulierung lautet: „ ich bin berechtigt, den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern. Damit sind Sie als
Kriegsdienstverweigerer anerkannt. Dieser Bescheid ist unanfechtbar.“
Das ändert aber nichts am Prinzip. Berechtigt, den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern, hieß mal: Zivildienst statt Kaserne. Man tauschte den Gewehrlauf gegen das Pflegeheim. Achtzehn Monate deines Lebens gehörten nicht mehr dir, egal wie der Bescheid ausfiel. Der Staat verfügte über deinen Körper und deine Zeit. Keine Zustimmung erforderlich. Du gehörst nicht dir. Das ist mein Thema.
Es ist richtig und dieses System ist genauso am Ende wie die DDR in den achtziger Jahren. Deshalb versuchen Sie mit Wortklauberei die Leute in die Irre zu führen.
Ob das "System am Ende" ist, vermag ich nicht zu sagen, aber was die "Wortklauberei" betrifft, stimmt das schon. Die Sprache der Verwaltung ist oft präzise, weil Sie das Gegenteil von dem meint, was sie zu sagen vorgibt:
Der Staat nennt die Steuer einen Beitrag. Beitrag klingt nach freiwillig. Rundfunkbeitrag. Solidaritätsbeitrag. Als hätte man sich entschieden, mitzumachen. Er nennt die Zwangsversicherung eine Pflichtversicherung. Als käme die Pflicht von der Sache, nicht vom Staat. Er nennt die Musterung Wehrerfassung. Als würde er dich nur zählen, nicht beanspruchen. Und er nennt das Recht, den Dienst zu verweigern, eine Berechtigung. Als wäre dein Nein nicht dein Nein, sondern ein Zugeständnis, das dir jemand erteilt hat.
Holm, du hast in Allem recht. Geh nun wieder zurück auf Deine Reise und lass dich überraschen von den Dingen, die da kommen. Wo geht es morgen hin bei dir?
Dass ein erwachsener Mann drei Monate und vier Ämter braucht, um schriftlich bestätigt zu bekommen, dass sein Körper ihm gehört, ist nicht die Lösung. Es ist das Problem. Und es ändert sich prinzipiell nichts. Ein neues Gesetz, eine neue Verfügung, und du bist wieder da, wo du vorher warst. Die Genehmigung ist nicht dein Recht. Sie ist ein Zugeständnis. Und Zugeständnisse kann man zurücknehmen.
Absolute Zustimmung, lieber Holm ! Allerdings trüben solche Gedanken den Alltag, zumindest den Moment. Das Leben war schon immer ungerecht, seit Jahrtausenden, und wird dies auch weiter bleiben. Mich befallen solche Gedanken auch immer mal wieder (wurde 1986 mit 26 Jahren eingezogen) und dann versuche ich schnell, sie wieder zu verdrängen. Der Frohsinn des Lebens wird durch solche Gedanken erstickt. Sie helfen nicht weiter. Der Blick muss stets nach vorn gerichtet bleiben. Sich des Lebens in Dankbarkeit zu erfreuen, nur darauf kommt es an.
Bist du gut in Jerewan angekommen? Wie sind deine ersten Eindrücke…?
Hallo Holm, freut mich, dass du gut angekommen bist, und auch positiv überrascht bist über Jerewan. Das war ich nämlich auch. Genieße die Stadt. Es ist eine ruhige Stadt mit viel Grün und besuche die interessanten Plätze. Tja, so ein Sammeltaxi ist auch etwas besonderes, ich kenne das von den Kapverdischen Inseln, 25 Leute in einen Toyota Hiace mit drei Sitzreihen und Fahrerreihe. Es war genial.
Ich versuche mich ja so nah wie möglich am lokalen Leben zu beteiligen, aber in so kurzer Zeit ist das nur sehr bedingt möglich. Am WE schau ich mir das Land an. Mal sehen, wie das wird. Aber Jerewan ist schon einmal erstaunlich schön.
Prima, mache das. Du wolltest dir ein Auto mieten, so kommt man viel besser rum und lernt viel kennen. Möchtest du noch paar Tipps, lasse es mich wissen …
Die Fahrt im Sammeltaxi war furchtbar. Jerewan jedoch ist moderner als ich erwartet hätte. Sehr schön und entspannt. Gefällt mir gut.
Passende Wortspiele, die im „Ernstfall“ todernst sind.
Daher, wenn man als Mann noch in D lebt, KdV Antrag stellen, sich mit dem Bürokratensystem über drei Monate und mit 4 Ämtern auseinandersetzen; dann ist es durch. Habe ich gerade hinter mir, auch mit 54 J. Ist genehmigt. Für solch eine „Clique“ werde ich nicht „dienen“ und es sollte jeder bei klarem Verstand darüber nachdenken.
Hallo Holm, wenn wir einmal dabei sind; ich habe noch mal genau nachgelesen; die Formulierung lautet: „ ich bin berechtigt, den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern. Damit sind Sie als
Kriegsdienstverweigerer anerkannt. Dieser Bescheid ist unanfechtbar.“
So ist das Amtsdeutsch….
Das ändert aber nichts am Prinzip. Berechtigt, den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern, hieß mal: Zivildienst statt Kaserne. Man tauschte den Gewehrlauf gegen das Pflegeheim. Achtzehn Monate deines Lebens gehörten nicht mehr dir, egal wie der Bescheid ausfiel. Der Staat verfügte über deinen Körper und deine Zeit. Keine Zustimmung erforderlich. Du gehörst nicht dir. Das ist mein Thema.
Es ist richtig und dieses System ist genauso am Ende wie die DDR in den achtziger Jahren. Deshalb versuchen Sie mit Wortklauberei die Leute in die Irre zu führen.
Ob das "System am Ende" ist, vermag ich nicht zu sagen, aber was die "Wortklauberei" betrifft, stimmt das schon. Die Sprache der Verwaltung ist oft präzise, weil Sie das Gegenteil von dem meint, was sie zu sagen vorgibt:
Der Staat nennt die Steuer einen Beitrag. Beitrag klingt nach freiwillig. Rundfunkbeitrag. Solidaritätsbeitrag. Als hätte man sich entschieden, mitzumachen. Er nennt die Zwangsversicherung eine Pflichtversicherung. Als käme die Pflicht von der Sache, nicht vom Staat. Er nennt die Musterung Wehrerfassung. Als würde er dich nur zählen, nicht beanspruchen. Und er nennt das Recht, den Dienst zu verweigern, eine Berechtigung. Als wäre dein Nein nicht dein Nein, sondern ein Zugeständnis, das dir jemand erteilt hat.
Holm, du hast in Allem recht. Geh nun wieder zurück auf Deine Reise und lass dich überraschen von den Dingen, die da kommen. Wo geht es morgen hin bei dir?
Jerewan. Danke. Mach ich so. :D
Dass ein erwachsener Mann drei Monate und vier Ämter braucht, um schriftlich bestätigt zu bekommen, dass sein Körper ihm gehört, ist nicht die Lösung. Es ist das Problem. Und es ändert sich prinzipiell nichts. Ein neues Gesetz, eine neue Verfügung, und du bist wieder da, wo du vorher warst. Die Genehmigung ist nicht dein Recht. Sie ist ein Zugeständnis. Und Zugeständnisse kann man zurücknehmen.
Absolute Zustimmung, lieber Holm ! Allerdings trüben solche Gedanken den Alltag, zumindest den Moment. Das Leben war schon immer ungerecht, seit Jahrtausenden, und wird dies auch weiter bleiben. Mich befallen solche Gedanken auch immer mal wieder (wurde 1986 mit 26 Jahren eingezogen) und dann versuche ich schnell, sie wieder zu verdrängen. Der Frohsinn des Lebens wird durch solche Gedanken erstickt. Sie helfen nicht weiter. Der Blick muss stets nach vorn gerichtet bleiben. Sich des Lebens in Dankbarkeit zu erfreuen, nur darauf kommt es an.
Ich musste das schreiben. Dieses Thema gärt schon seit Wochen in meiner Seele. Wir haben damit ein paar Abonnenten verloren, aber das war es wert.
Generell hast du natürlich Recht. Das Leben ist zu kurz, um es mit Melancholie zu füllen.
Ein Bürger muss also bürgen, bis hin zu seinem Leib, so er männlich ist. Ange-Höriger des Staates.
Man könnte es auch Leib-Eigene nennen. Das sind wir, ein Stück weit, noch immer.